Fragen und Antworten
Welche Krankheiten behandelt ein Gefäßzentrum?
In welchen Fällen kann ich direkt in das Gefäßzentrum kommen?
Muss ich immer in ein Krankenhaus?
Wie sieht die Weiterbehandlung aus?
Wird die Arbeit des Gefäßzentrums qualitätsgesichert?
Was ist das?
Hilfreich ist außerdem eine Standardisierung von Behandlungsabläufen, da dieses zu einer zügigen Behandlung und zur verbesserten Behandlungsergebnissen führt.
Bei der Behandlung von Gefäßerkrankungen eine ausgiebige und komplizierte Diagnostik und ein sehr komplexes Therapieangebot vorzuhalten.
Alle diese Aspekte erfordern eine fachgebietsübergreifende Zusammenarbeit spezialisierter Fachärzte. Diese bilden zusammen das Gefäßzentrum. Sie vereinbaren Diagnose- und Therapiestandards und nehmen an externen Qualitätssicherungsmaßnahmen teil.
Durch eine regionale Vernetzung mit niedergelassen Ärzten und spezialisierten Abteilungen in Akutkrankenhäusern und Rehabilitationskliniken ist eine vollständige und umfassende sowie wohnortnahe Versorgung auf hohem Niveau für die Patienten möglich.
Dieses gelingt am besten durch eine Vernetzung im Rahmen eines Gefäßzentrums.
Welche Krankheiten behandelt ein Gefäßzentrum?
Dazu gehören z.B. die akuten Gefäßverschlüsse, die Gefäßerweiterungen (Aneurysmen) sowie die chronischen Durchblutungsstörungen („Raucherbeine“) und die Folgeerkrankungen des Diabetes (diabetische Füße).
Die außerhalb des Hirns gelegenen hirnversorgenden Gefäße, die eine Ursache für Schlaganfälle darstellen können werden ebenfalls therapiert.
Ein weiteres Tätigkeitsfeld sind die Erkrankungen des venösen Systems. Dazu gehören die Krampfadern und die chronisch venösen Funktionsstörungen (chron. venöse Insuffizienz sowie die Thrombosen).
Im Herzkatheterlabor werden regelmäßig und in hoher Zahl diagnostische- und therapeutische Maßnahmen an den Herzkranzgefäßen (Koronarangiographie, PTCA und Stentimplantationen) durchgeführt.
Außerdem implantieren wir Herzschrittmacher und intrakardiale Defibrillatoren
Ein weiterer Tätigkeitsschwerpunkt ist die Behandlung chronisch nicht heilender Wunden („Ulcus cruris, diabetische Füße“). Diesbezüglich bieten wir das gesamte Spektrum nicht operativer und operativer Maßnahmen. Häufig gelingt es, auch seit Jahren und Jahrzehnten bestehende Unterschenkelgeschwüre wieder zur Abheilung zu bringen.
Nierenerkrankte Patienten werden ebenfalls durch uns (in der Regel operativ) behandelt. Erforderlich sind hier Venenverweilzugänge („Demers-Katheter u. A.“) oder arterio-venöse Kurzschlussverbindungen („Shunts“), um eine Dialyse zu ermöglichen. Bei Erfordernis einer Peritonealdialyse werden die dazu erforderlichen Katheter ebenfalls durch uns implantiert.
Erfahrungsgemäß erfordern gerade Shuntpatienten gelegentlich Revisionsoperationen und auch diese werden von uns bei allen Schwierigkeitsgraden routinemäßig durchgeführt.
Wen kann ich ansprechen?
Wenn deren Möglichkeiten erschöpft sind, stehen die niedergelassenen Fachärzte für eine weitergehende Diagnostik und Therapie zur Verfügung.
Diese können dann beratend und für weiterführende Maßnahmen in das Gefäßzentrum des St. Bernward Krankenhauses überweisen.
Patienten zur ambulanten Operation können sich auch direkt mit ihrer Krankenversicherten-Karte in der Gefäßchirurgischen Klinik des St. Bernward Krankenhauses vorstellen.
Privat versicherte können sich direkt an alle genanten Chef-und Oberärzte wenden.
Brauche ich eine Überweisung?
Zur ambulanten Operation können Sie sich auch im Gefäßzentrum im St. Bernward Krankenhaus direkt vorstellen.
Zur weiterführenden Diagnostik und Therapie im Krankenhaus (prästationäre und stationäre Behandlung) brauchen die Patienten die Überweisung eines angiologisch tätigen Internisten, Chirurgen, Diabetologen oder Nephrologen oder eine Krankenhauseinweisung.
Privat versicherte können sich direkt an alle o.g. Ärzte wenden.
Wer kann mich überweisen?
In welchen Fällen kann ich direkt in das Gefäßzentrum kommen?
Wünschenswert ist aber dennoch die Überweisung eines niedergelassenen Haus- oder Facharztes, um hier die vor- und weiterbehandelnden Ärzte in den Behandlungsprozess einzubinden und informieren zu können.
Zahlt meine Kasse das?
Betont werden muss dabei, dass die ambulante Behandlung Vorrang vor der Krankenhausbehandlung hat.
Im St. Bernward Krankenhaus bieten wir mit unserem Ambulanten Operationszentrum die Möglichkeit, alle Patienten, die ambulant operiert werden können, auch entsprechend zu behandeln.
Dr. Lichtenstein führt ambulante Operationen in einer anästhesiologisch geleiteten Praxis durch. Damit wird die stationäre Behandlung auf das absolut notwendige Maß reduziert.
Was muss ich mitbringen?
Sollten keine Voruntersuchungen vorliegen, werden die nötigen Untersuchungen im Krankenhaus durchgeführt. Wenn eine Krankenhausbehandlung nicht akut erforderlich ist, bitten wir teilweise die niedergelassenen Ärzte auch, die entsprechende Diagnostik zunächst zu vervollständigen.
Werde ich immer operiert?
Im Falle erforderlicher eingreifender Methoden ist auch nicht immer eine Operation erforderlich. Die modernen Katheterbehandlungsmaßnahmen („interventionelle Therapie“) ermöglicht die Behandlung zahlreicher Gefäßerkrankungen ohne eigentliche Operation. Diese genannten Maßnahmen sind in der Regel durch Punktionen in örtlicher Betäubung und entsprechende Kathetermanipulationen durchführbar.
Erst wenn diese Behandlungsmaßnahmen ausgeschöpft oder nicht möglich sind, kommen operative Verfahren in Betracht. Auch dabei versuchen wir durch möglichst schonende Operationsverfahren („minimalinvasive Chirurgie“) die Belastung für die Patienten so gering wie möglich zu halten.
Gelegentlich lassen sich jedoch auch große Operationen am Gefäßsystem nicht vermeiden. Auch in diesen Fällen bieten wir das gesamte Spektrum der operativen Therapie, der anschließenden ggfs. erforderlichen intensivmedizinischen Betreuung und Rehabilitation an.
Muss ich immer in ein Krankenhaus?
Auch im Krankenhaus erfolgt die Diagnostik zunächst ambulant („Gefäßsprechstunde, prästationäre Behandlung“). Auch zahlreiche Operationen, wie oben genannt, können ambulant durchgeführt werden.
Erst wenn diese Maßnahmen ausgeschöpft sind, kommt eine stationäre Krankenhausbehandlung in Betracht.
Wie sieht die Weiterbehandlung aus?
Nach Gefäßbehandlungen ist in der Regel eine regelmäßige Kontrolluntersuchung erforderlich, da die meisten Gefäßerkrankungen eine chronische Erkrankung darstellen, die erneute Probleme mit sich bringen kann.
Um hier frühzeitig reagieren zu können, sind regelmäßige Kontrollen des Gefäßstatus erforderlich. Diese können in den Praxen der o.g. Ärzte und ähnlichen Einrichtungen durchgeführt werden.
Wird die Arbeit des Gefäßzentrums qualitätsgesichert?
Wir nehmen regelmäßig an externen Qualitätssicherungsmaßnahmen der Fachgesellschaften und der Projektgeschäftsstelle Qualitätssicherung der Niedersächsischen Krankenhausgesellschaften teil.
Derzeit werden folgende Eingriffe speziell dokumentiert und extern qualitätsgesichert:
- Eingriffe an der Halsschlagader (Carotisdesobliterationenen)
- Herzschrittmacherimplantationen
- Operationen der Bauchaortenaneurysmen
Außerdem haben wir in den letzten Jahren an qualitätssichernde Maßnahmen im Bereich der:
- perkutane Angioplastien
- Erfassung nosokomialer Krankenhausinfektionen
teilgenommen.
In der täglichen Routine orientieren wir uns an den „Leitlinien zur gefäßchirurgischen Versorgung“, herausgegebenen vom Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie.
